Birgit Minichmayr (l-r), Emily Atef und Marie Bäumer von "3 Tage in Quiberon". © Jens Kalaene/dpa, tagesspiegel.de

DEUTSCHER FILMPREIS 2018: Goldene Lola für „3 Tage in Quiberon“

03.05.2018

Das Romy-Schneider-Drama „3 Tage in Quiberon“ war der große Sieger bei der diesjährigen Verleihung der wichtigsten Auszeichnung für das deutsche Kino. Der Film von Emily Atef, mit Marie Bäumer in der Hauptrolle, gewann sieben Trophäen beim 68. Deutschen Filmpreis. Die Silberne Lola ging an Fatih Akins „Aus dem Nichts“, Bronze an Valeska Grisebachs „Western“.

Dass das Rennen am vergangenen Donnerstag im Berliner Palais am Funkturm vor allem zwischen zwei Filmen entschieden würde, war zu erwarten. Doch am Ende ließ „3 Tage in Quiberon“ seinen Konkurrenten „Aus dem Nichts“ weit hinter sich. Emily Atefs Porträt der legendären Schauspielerinn Romy Schneider (1938-1982) ging mit zehn Nominierungen in neun Kategorien ins Rennen – und nahm sieben Lolas mit nach Hause, darunter die Goldene Lola als Bester Film. Die Deutsch-Iranerin Atef erhielt die Lola für die Beste Regie. Als Beste Schauspielerin wurde Marie Bäumer für ihre Darstellung von Romy Schneider ausgezeichnet. Die Lola für die Beste weibliche Nebenrolle erhielt die Österreicherin Birgit Minichmayr für ihre Rolle von Romys Freundin Hilde. Für die Beste männliche Nebenrolle wurde Robert Gwisdek ausgezeichnet, der in dem Film den Stern-Reporter Michael Jürgs spielt. Außerdem erhielt das Drama die Preise für die Beste Filmmusik sowie für die Beste Kamera/Bildgestaltung.

Die Silberne Lola ging an den NSU-Thriller „Aus dem Nichts“ von Fatih Akin. Die deutsch-französische Koproduktion wurde durch das 2004 von der Terrorzelle Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) verübte Nagelbomben-Attentat in Köln inspiriert. Bronze ging an „Western“ von Valeska Grisebach – der eigentlich ein Eastern ist. In der deutsch-bulgarisch-österreichischen Koproduktion soll eine Gruppe deutscher Bauarbeiter in einer abgelegenen Gegend an der bulgarisch-griechischen Grenze ein Wasserkraftwerk errichten und gerät dabei in Konflikte sowohl untereinander als auch mit den Einheimischen.

Den Deutschen Filmpreis für die Beste männliche Hauptrolle erhielt Franz Rogowski für seine Darstellung in der Liebesgeschichte In den Gängen. In dem Film von Thomas Stuber spielt er einen jungen Angestellten in einem Großmarkt, der sich in eine Kollegin verliebt.

 

Sieben Preise für Romy-Schneider-Drama beim deutschen Filmpreis © FAZ, Youtube

 

Weiterhin wurden ausgezeichnet:

  • Die Künstlerbiografie Beuys von Andres Veiel bekam die Lola für den Besten Dokumentarfilm.
  • Amelie rennt wurde als Bester Kinderfilm geehrt.
  • Erwin Prib (Manifesto) erhielt den Deutschen Filmpreis in der Kategorie Bestes Szenenbild.
  • Bina Daigeler (ebenfalls Manifesto) wurde mit der Lola für das Beste Kostümbild ausgezeichnet.
  • Die Lola für den Besten Schnitt ging an Stephan Krumbiegel und Olaf Voigtländer (Beuys).
  • In der Kategorie Beste Tongestaltung wurden Eric Devulder, André Bendocchi-Alves und Martin Steyer geehrt (Der Hauptmann).

Zu Beginn der Preisverleihung sagte die Präsidentin der Deutschen Filmakademie, Iris Berben, die längst überfällige Debatte um Sexismus und Machtmissbrauch in der Filmbranche müsse ohne Häme und Ausgrenzung geführt werden. Männer per se unter Generalverdacht zu stellen, wäre sicherlich fehl am Platze, wo es aber Einschüchterung und Mobbing gebe, müsse es heißen: „Eure Zeit ist vorbei.“

Zwei Preisträgern war die Lola bereits im Vorfeld sicher. Der 78-jährige Regisseur, Schauspieler und Autor Hark Bohm (Nordsee ist Mordsee) war Lola-Ehrenpreisträger und wurde für herausragende Verdienste um den deutschen Film ausgezeichnet. Die undotierte Lola für den besucherstärksten deutschen Film des Jahres ging an Bora Dağtekin für die Komödie „Fack ju Göhte 3“ mit mehr als sechs Millionen Besuchern.

Leave a Reply

Your email address will not be published.