Icone de la Palme d'Or, propiétée du Festival de Cannes. Grafik: Jorgebarrios via Wikimedia Commons

CANNES 2018: Kein deutscher Film im Rennen um die Goldene Palme

13.04.2018

Die Festivalleitung von Cannes hat die Liste mit den 18 Anwärtern auf die Goldene Palme vorgestellt. Ein deutscher Film ist nicht vertreten. Dafür wird Regisseur Wim Wenders außerhalb des Wettbewerbs seinen Dokumentarfilm „Pope Francis. A man of his word“ zeigen. Außerdem wird Ulrich Köhlers Film „In My Room“ in der Nebenreihe „Un Certain Regard“ zu sehen sein. Mit „Schlafkrankheit“ hatte Köhler auf der Berlinale 2011 den Silbernen Bären für die beste Regie gewonnen.

Eröffnet wird das Festival mit dem Psychothriller „Everbody Knows“ (Todos Lo Saben) des iranischen Regisseurs Asghar Farhadi. Der Film des Oscarpreisträgers mit Javier Bardem und Penélope Cruz in den Hauptrollen nimmt auch am Hauptwettbewerb teil.

Ebenso im Hauptwettbewerb im Kampf um die Goldene Palme ist der US-amerikanische Kultregisseur Spike Lee mit seinem Drama „BlacKkKlansman“ vertreten. Außerdem nimmt die 87-Jährige französisch-schweizerische Regie-Legende Jean-Luc Godard am Hauptwettbewerb mit „Le Livre d’image“ teil.

Cannes wird politischer

Wie schon bei den diesjährigen Oscars und bei der Berlinale zeichnet sich auch in Cannes eine Politisierung des Festivals ab. Spike Lees „BlacKkKlansman“ erzählt die wahre Geschichte eines afroamerikanischen Polizisten, der den rassistischen Ku Klux Klan infiltriert. Außerdem sind mit Jafar Panahi und Kiril Serebrennikov zwei Filmemacher eingeladen, die wegen ihrer regierungskritischen Haltung heftigen Repressionen ausgesetzt sind: Berlinale-Gewinner Panahi („Taxi Teheran“) ist in seiner Heimat Iran mit Berufsverbot belegt worden, der Russe Serebrennikov steht wegen dubioser Geldhinterziehungsvorwürfe seit Monaten unter Hausarrest. Dass sie zur Weltpremiere ihrer Filme erscheinen können, ist unwahrscheinlich.

Keine Netflix-Filme in Cannes

Einen Film von Netflix sucht man dieses Jahr vergebens. Der Streaming-Anbieter bleibt Cannes dieses Jahr fern, nachdem die Festivalleitung Netflix zuvor vom
Wettbewerb ausgeschlossen hatte, da die Filme nicht in den französischen Kinos zu sehen seien.

Die 71. Filmfestspiele von Cannes finden vom 8. Mai bis zum 19. Mai statt. Vorsitzende der Jury ist in diesem Jahr Hollywood-Star Cate Blanchett.

Die „Selection officielle“ im Überblick

Wettbewerb

„Ash Is Purest White“ (Jia Zhang-Ke)
„At War“ (Stéphane Brizé)
„BlacKkKlansman“ (Spike Lee)
„Burning“ (Lee Chang-dong)
„Capernaum“ (Nadine Labaki)
„Cold War“ (Pawel Pawlikowski)
„Dogman“ (Matteo Garrone)
„Girls of the Sun“ (Eva Husson)
„The Image Book“ (Jean-Luc Godard)
„Lazzaro Felice“ (Alice Rohrwacher)
„Leto“ AKA „Summer“ (Kirill Serebrennikov)
„Netemo Sametemo“ AKA „Asako I & II“ (Ryusuke Hamaguchi)
„Shoplifters“ (Kore-Eda Hirokazu)
„Sorry Angel“ (Christophe Honoré)
„Three Faces“ (Jafar Panahi)
„Under the Silver Lake“ (David Robert Mitchell)
„Yomeddine“ (A.B. Shawky)

Un Certain Regard

„Angel Face“ (Vanessa Filho)
„Border“ (Ali Abbasi)
„El Angel“ (Luis Ortega)
„Euphoria“ (Valeria Golino)
„Friend“ (Wanuri Kahiu)
„The Gentle Indifference of the World“ (Adilkhan Yerzhanov)
„Girl“ (Lukas Dhont)
„The Harvesters“ (Etienne Kallos)
„In My Room“ (Ulrich Köhler)
„Little Tickles“ (Andréa Bescond & Eric Métayer)
„My Favorite Fabric“ (Gaya Jiji)
„On Your Knees, Guys“ (Sextape) (Antoine Desrosières)
Sofia“ (Meyem Benm’Barek)

Außer Konkurrenz

„Le Grand Bain“ (Gilles Lellouche)
„Solo: A Star Wars Story“ (Ron Howard)

Midnight Screenings

„Arctic“ (Joe Penna)
„Gongjak“ AKA „The Spy Gone North“ (Yoon Jong-Bing)

Special Screenings

„Dead Souls“ (Wang Bing)
„La Traversée“ (Romain Goupil)
„O Grande Circo Místico“ (Carlo Diegues)
„Pope Francis – A Man of His Word“ (Wim Wenders)
„The State Against Mandela and the Others“ (Nicolas Champeaux & Gilles Porte)
„10 Years in Thailand“ (Aditya Assarat, Wisit Sasanatieng, Chulayarnon Sriphol & Apichatpong Weerasethakul)
„To the Four Winds“ (Michel Toesca)

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