Filmemacher (hier Arthur Jafa) fordern neues Konzept der Filmförderung © Russell Mondy, Flickr
Filmemacher Arthur Jafa © Russell Mondy, Flickr

Deutsche Filmemacher fordern neues Konzept der Filmförderung

12.04.2018

Frankfurt/Main – Filmemacher forderten auf dem Kongresses „Zukunft deutscher Film“ eine Entbürokratisierung der deutschen Filmförderung. 

Wie Deutschlandfunk Kultur meldete, haben Teilnehmer des Kongresses „Zukunft deutscher Film – Kongress zu Perspektiven der deutschen Film- und Kinokultur“ eine Entbürokratisierung der deutschen Filmförderung gefordert. Der Kongress fand am 5. und 6. April im Zoo-Gesellschaftshaus in Frankfurt am Main statt und war Teil des Lichter Filmfestes.

Insbesondere die Ko-Finanzierung großer Filmproduktionen durch Fernsehanstalten und die damit einhergehende inhaltliche Einflussnahme sei von den deutschen Filmemachern in Frage gestellt worden. Die 120 Millionen Euro, die die öffentlich-rechtlichen Sender in die Filmförderung fließen lassen, sollten demnach besser in einen zentralen staatlichen Fonds gehen. Dieser könnte dann Filmkunst jenseits des Mainstreams fördern, die auch nicht an eine Fernsehausstrahlung gekoppelt sein müsste. Die gegenwärtige Förderpraxis erziele weder herausragende wirtschaftliche noch herausragende künstlerische Erfolge, so der Tenor der Kongressdiskussion.

Auf der Webseite zum Kongress heißt es, Publikum und die Filmschaffende in Deutschland seien sich branchen- und institutionsübergreifend einig, dass sich vieles ändern müsse. Diskutiert werden sollte, wie es gelingen kann, „dass internationale Erfolge wie Victoria oder Toni Erdmann keine Solitäre bleiben? Dass der deutsche Film wieder zum Publikum findet, sich die gesellschaftliche Vielfalt auf beiden Seiten der Kamera widerspiegelt, Filmschaffende von ihrer Arbeit leben können und das Kino als gesellschaftlich relevanter Ort erhalten bleibt? Welche neuen Auswertungs- und Distributionsmöglichkeiten gibt es?“

Parallel zu öffentlichen Podiumsdiskussionen und Vorträgen zu den drei Themenkomplexen Förderung & Finanzen, Ausbildung & Nachwuchs und Distribution & Kinokultur, der Filmreihe „Zukunft Deutscher Film“ und Veranstaltungen wie z.B. einem Videoschnipsel-Vortrag von Jürgen Kuttner wurden an drei runden Tischen zu den Kernthemen konkrete Handlungsvorschläge erarbeitet, die Anstöße für Veränderungen in die Politik und die Branche tragen sollten.

Initiator des Kongresses war der Filmemacher Edgar Reitz, der als Schirmherr des LICHTER Filmfests 2016 die Notwendigkeit eines filmpolitischen Neuanfangs forderte. Er ist Mit-Unterzeichner des Oberhausener Manifests von 1962. Damals legte eine Gruppe von 26 Filmemachern mit dem Oberhausener Manifest den Grundstein für den „Neuen Deutschen Film” und das in der Folge entstandene Filmfördersystem in Deutschland.

 

deutschlandfunk.de, lichter-filmfest.de

 

Nachtrag 19.04.2018: 

Das komplette, am 19.04.2018 veröffentlichte Ergebnispapier des Kongresses findet man hier .

 

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